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New Jersey

Atlantic City - New Jersey


©istock.com/DenisTangneyJr

 
 

Atlantic City ist ein Erholungsort an der Ostküste der Vereinigen Staaten, etwa 200 km südlich von New York. Die Stadt selbst hat etwa 40.000 Einwohner, im gesamten Einzugsgebiet mit weiteren Küstenorten leben insgesamt mehr als 350.000 Menschen. Trotz seiner vergleichsweise geringen Größe strömen Jahr für Jahr über 27 Millionen Touristen in die "Ostküsten-Hauptstadt des Vergnügens", die jeden Geschmack zu bedienen weiß: bewundernswerte Sehenswürdigkeiten, einladende Strände und ein pulsierendes Nachtleben erlauben den Besuchern Rund um die Uhr bespaßt zu werden.

Insbesondere aus dem Einzugsraum New York nehmen immer mehr Menschen die nicht mal zweistünde Fahrt auf sich, um in einem Kurzurlaub die Seele baumeln zu lassen. Doch neben den ruhigen Erholungsresorts dient Glücksspiel als geheimer Besuchermagnet Nummer eins. "Schon zu Zeiten der Prohibition gab es hier Alkohol, Glücksspiel und Prostituierte", wird Israel "Lizzy" Posner, Leiter des Lloyd Levenson Institute of Gaming, Hospitality and Tourism am Stockton College zitiert. Im Jahr 1976 wurden Casinos nach einer Volksabstimmung legalisiert, was Atlantic City das Casinomonopol des Ostens der USA verschaffte.

Doch der Ruf als Spielerstadt hat seinen Ursprung noch viel weiter in der Vergangenheit. Bereits im Jahr 1935 wurde die erste Ausgabe des Spiels "Monopoly" veröffentlicht. Die damaligen Straßennamen reichten von der Baltic Avenue bis hin zum Boardwalk – allesamt inspiriert von Straßennamen in Atlantic City.

Das Ende von "das Haus gewinnt immer"?

Wegen den zahllosen Glücksspielangebote wird oftmals der Vergleich mit Las Vegas gezogen. Leider schafft es die Stadt nicht, den daraus resultierenden hohen Erwartungen gerecht zu werden. Laut der US-Ratingagentur Moody's stammen mehr als zwei Drittel der Einnahmen aus Steuergeldern aus der Gambling-Industrie. Was aufgrund der hohen Margen im Casinogeschäft als schon fast alternativloses und vielversprechendes Investment begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit in die gefährliche Abhängigkeit der Stadt an den Glücksspieltourismus. Fatal, wenn man sich die Entwicklungen der Branche betrachtet: Die inzwischen erstarkte Konkurrenz aus den Nachbarstaaten New Jerseys hat Atlantic City mittlerweile den Rang als zweitgrößten Spielstaat abgelaufen. So hat beispielweise Pennsylvania seit 2006 mehr als acht Milliarden Dollar mit Glücksspiel verdient.

Was mit der Glücksspielindustrie geschieht, betrifft jedoch nicht nur Atlantic City. Jede Metropole hat mit den gleichen Problemen zu kämpfen – doch nicht jede hat sich ausschließlich auf casinobezogene Aktivitäten beschränkt. Ausgerechnet das große Las Vegas, was nicht gänzlich unschuldig am Verfall Atlantic Citys ist, könnte als Vorbild für einen Ausweg aus der prekären Situation dienen.


©istock.com/SeanPavonePhoto

Viele Casinos sind bereits dem Rückgang der Spielerzahlen zum Opfer gefallen. Darunter finden sich viele ehemalige Gambling-Institutionen, die jahrelang die Skyline der Stadt geprägt haben. Unter anderem das ehemalige Flaggschiff der hiesigen Casino-Szene, das Trump Taj Mahal, dessen Interieur in einer offenen Auktion versteigert wurde. Nun gilt es die leerstehenden Immobilien in an die heutigen Anforderungen an hedonistische Freizeittempel umzuwandeln. So soll im Sommer 2018 das Taj Mahal unter der Flagge des Hard Rock Cafe International, Inc seine Neueröffnung feiern.

Quo vadis, Glücksspielindustrie?

Doch das Rad kann und soll von den Casinobetreibern gar nicht neu erfunden werden. Die Spielvarianten der diversen Glücksspiele folgen überall auf der Welt in Ansätzen denselben Regeln. Viel zielführender ist hingegen das schrittweise umwandeln der früher ausschließlich Glücksspiele-anbietenden Etablissements.

Denn es reicht bei weitem nicht mehr, mit blinkenden Schildern auf Slotmachines und Blackjack Tische aufmerksam zu machen. Heutzutage bedarf es einem ganzen Portfolio an Aktivitäten abseits der Spieltische, um die potentiellen Spieler von den Flaniermeilen in die Casinos zu locken.

Zu dem erweiterten Angebot gehören unter anderem Livemusik und Revuen, groß angelegte Messen oder ein umfassendes Sportangebot. Prinzipiell ist jede Idee, die größere Mengen an Touristen zu einer Reise motiviert, eine gute. So warten allein für das Jahr 2018 drei neue Teams aus Las Vegas auf die Aufnahme in die großen Franchiseligen. Mit der Eröffnung eines neuen Footballstadions werden auch die Oakland Raiders nach 'Sin City' umziehen, was zu einer kumulierten Gesamtkapazität von knapp 120.000 Sportfans pro Spieltag führen wird. Zahlen, von denen Atlantic City nur träumen kann, denn professionelle Sportteams sind in New Jersey generell rar gesät. Das weitläufige Einzugsgebiet der großen New Yorker Clubs (jeweils gleich zwei Football-, Fußball-, Eishockey- und Basketballteams) lässt leider kaum Platz für eine rentable Integration eines neuen Teams.

Um weiter im Sportjargon zu bleiben, so gilt es für Atlantic City nun, durch clevere Einwechslungen von frischen "Spielern" die kulturelle Diversität der Stadt nachhaltig zu stärken, um auch in Zukunft wieder an die erfolgreiche Zeit als Spielerstadt anzuknüpfen. Doch dieser Schritt sollte nicht zu lange auf sich warten lassen, denn sonst heißt es in ein paar Jahren wie früher an den Roulettetischen: "rien ne va plus" – nichts geht mehr.



 
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Sources: Bilder: ©istock.com/SeanPavonePhoto sowie ©istock.com/DenisTangneyJr
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