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U.S. Geschichte

Details vom Sezessionskrieg - der amerikanische Bürgerkrieg

US-Flagge


Die Ereignisse vor dem Krieg

Krasse wirtschaftliche und soziale Unterschiede und infolge dessen auch politische Unterschiede zwischen den sog. Nordstaaten und den Südstaaten der USA führten in den Jahren 1860–1861 zu unüberbrückbaren Spannungen zwischen den beiden Lagern. Während im Süden fast ausschließlich Baumwolle, Zucker und Tabak durch die Arbeitsausbeutung von Sklaven produziert wurde, trug der Norden schon durch Finanz- und andere Wirtschaftsdienstleistungen zum Bruttoinlandsprodukt bei. Zwischen den beiden Lagern gab es zwar seit Bestehen der USA immer mal wieder Eifersüchteleien, aber als Abraham Lincoln zum Präsidenten der Vereinigten Staaten ohne die Zustimmung des Südens gewählt wurde, eskalierten die Spannungen und der Süden sah sich zu einer Konföderation mit den anderen Staaten des Südens gezwungen. Ein solcher Affront wäre Jahre zuvor undenkbar gewesen, macht aber deutlich, wieviel Einfluß und damit an Macht der Süden eingebüßt hatte. Was noch zusätzlich Öl in das Feuer goß, war der Umstand, das Abraham Lincoln mit einem Programm gewählt wurde, das die Rechte der Staaten des Südens in Bezug auf ihre regionalen Befugnisse beschnitt und dadurch gleichzeitig den Staaten des Nordens mehr Rechte und Privilegien bescherte. Der Süden sah darin eine grobe Verletzung der amerikanischen Verfassung, die den Staaten innenpolitische Freiheiten garantierte. Die Kluft zwischen dem reichen, industrialisierten Norden und dem armen Süden verstärkte sich rasant. Die Ohnmacht des Südens, vom Norden wirtschaftlich und politisch abhängig zu sein und das gekonnte Ausspielen der Macht, demütigten den stolzen Süden. Der Norden betrachtete die Staaten des Süden stets nur als eine riesige Agrarfläche und als Produktionsstätte für die landwirtschaftlichen Ernterträge und nie als das was sie laut Verfassung waren, nämlich eigenständige Staaten. Die Stimmung war explosiv. So war alles nur eine Frage der Zeit, bis es radikalen Politikern gelingen würde, aus dieser Situation Kapital zu schlagen. Die Sklaverei, die immer wieder als der Hauptgrund für die Sezession und den daraus entstandenen Bürgerkrieg genannt wird, spielte zu diesem Zeitpunkt aus wirtschaftlicher Sicht nur eine untergeordnete Rolle (die Textilindustrie Englands und Frankreichs importierten fast 80% der benötigten Baumwolle aus den Südstaaten). Erst als die Konföderierten Staaten England und Frankreich um Unterstützung baten, vermutlich eben wegen dieser Abhängigkeit der Textilindustrien, wurde die Proklamation zur Sklavenbefreiung von Lincoln mit in sein politisches Programm aufgenommen und brachte die öffentliche Meinung des Auslands damit auf die Seite der Union.

Die Unterstützung der beiden Europäischen Staaten kam nie Zustande, den beide erklärten ihre absolute Neutralität in diesem inneramerikanischen Konflikt. Diese Diplomatie bedeutete, dass sowohl England, als auch Frankreich das Bestreben nach Sezession unterstützte. Der Süden fühlte sich ermutigt. Jefferson Davies, ein Politiker aus Kentucky, war ein solcher Radikaler. Er betrachtete die Vereinigten Staaten nur als eine wirtschaftliche und politische Vereinigung, aus der man, wenn sie einem Staat nicht mehr in das Konzept paßt, einfach austreten kann. Als historisches Beispiel führte er die Abspaltung der USA von der englischen Krone an.

Am 20.12.1860 kam es in South Carolina zur Verabschiedung einer Verordnung, die den Austritt des Staates South Carolina aus der Union vorsah. Am 9.1.1861 folgte der Staat Mississippi dem Beispiel, am 10.1.1861 Florida, am 11.1.1861 Alabama. Am 1. 2.1861 hatten schließlich alle sieben Staaten des Südens ihren Austritt und offiziell ihre Unabhängigkeit erklärt. Vier weitere sollten noch folgen. Der Süden machte jetzt Nägel mit Köpfen. Bereits am 8.2.1861 traf man sich in Montgomery, Alabama, und gründete eine neue Regierung. Einen Tag später wurde Jeferson Davies zum Präsidenten der Konföderiten Staaten von Amerika gewählt. Die Würfel waren gefallen - das Schicksal nahm nun seinen dramatischen Lauf.

Das Fort Sumter, das auf einer vorgelagerten Insel bei Charleston in South Carolina lag, spielte im Verlauf der nun folgenden Ereignisse eine wichtige Rolle. Ende März, Anfang April 1861 stellte sich heraus, dass die Vorratsdepots so gut wie leer waren. Wenn der Norden jetzt das Fort geräumt hätte, wäre das einer Anerkennung des Südens gleichgekommen; Nachschub zu schicken hätte der Süden als Provokation gedeutet. Lincoln war in der Zwickmühle. Als er dennoch auf dem Seewege den benötigten Nachschub schickte und zugleich den Gegenpräsidenten davon unterrichtete, war die Zeit der Diplomatie und der politischen Schachzüge wohl endgültig abgelaufen, denn am 12.4.1861 begann der Süden mit dem Artilleriebeschuss des Forts. Der amerikanische Bürgerkrieg hatte begonnen.

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Geschichte

Abe Lincoln; Bild aus dem National Archive and Record Administration
Abe Lincoln; Bildmaterial aus dem National Archive and Record Administration

   
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Sources: magazinUSA.com; Images: National Archives and Record Administration
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