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U.S. Geschichte

Teil 2: Friedrich Wilhelm von Steuben - Karriere in der amerikanischen Armee

US-Flagge


Friedrich Wilhelm von Steuben wurde am 17. September 1730 in der Festung Magdeburg als Sohn eines Pionier-Leutnants geboren. Die meiste Zeit seiner Kinderjahre verbrachte er, im Gefolge seines Vaters in Russland. Als Friedrich Wilhelm neun Jahre alt war, kehrte er nach Deutschland zurück, wo er von Jesuiten in Breslau ausgebildet wurde.

Handbuch zur Kriegsführung

Die Kriegführung im 18. Jahrhundert war eine verhältnismäßig leichte Aufgabe, sobald sich die Truppen in Schlachtordnung erst einmal auf dem Schlachtfeld befanden. Alle Regeln und Abläufe, wurden in einem Handbuch, schwarz auf weiß , von Steuben zu Papier gebracht. Dort war alles über die Schlachtordnung, Zündfolge, Handhabung der Waffen, Nachladen, etc. nachzulesen. Das Handbuch war so detailliert, dass es sogar den genauen Ablauf vom Schuss bis zum nächsten Schuss beschrieb. Acht Schritte waren nach der Meinung Steubens erforderlich. Dieser Ablauf war neu. Die Männer wurden so gedrillt, dass sie diese Abläufe mechanisch beherrschten mussten. So schwer der neue Ablauf vom Schuss bis zum erneuten Schuss auch zu erlernen war, so erwies sich dies in der Praxis als einfacher, als die Feuer-Regeln der feindlichen europäischen Armeen.

Preussische Ordnung in der Schlacht

Zu Zeiten des Revolutionskrieges standen sich Armeen meistens noch Auge in Auge gegenüber und so konnte man eine Schlacht durchaus gewinnen, wenn die Männer diszipliniert nach Befehl vorgingen und ihr Handwerk im Schlaf verstanden. Bei den gegenerischen europäischen Armeen kam es häufig vor, dass auf Grund mangelnder Disziplin der Soldaten oder in Folge der Stress-Situationen die Soldaten nicht mehr in der Lage waren, auf die gegnerischen Truppen ein konzentriertes Feuer abzugeben. Vielmehr schoss man darauf los, wenn man nachgeladen hatte. Um die Feuerkraft zu erhöhen, legte Steuben Wert darauf, dass immer in Salven geschossen werden musste.

Latrinenordnung, Hygiene

Ein anderes Programm, dass Steuben entwickelte betraf die Lagerhygiene. Steuben erkannte schnell, dass die katastrophalen hygienischen Zustände seinen Soldaten erheblich zu schaffen machten und das dadurch die Kampfeskraft geschwächt war. Als erstes führte er eine bis dahin unbekannte Lagerordnung ein, die genau vorsah, wo die Zelte und Unterkünfte zu stehen hatten. Zwischen den Zelten ließ er Lagerstrassen anlegen. Auch durften sich die Soldaten nicht mehr an jeden beliebigen Ort ihrer Notdurft entledigen. Steuben führte die Latrinen ein und legte fest, dass diese abseits des Camps errichtet werden mussten. Auch Tierkadaver, die dort liegen blieben und verfaulten, wo sie verendeten und aus denen sich die Männer bei Bedarf ein Stück Fleisch herausschnitten, mussten wegen der Seuchengefahr entsorgt werden.

Feldküche

Und damit sich die Soldaten nicht selbst versorgen mussten, wurde die Gemeinschaftsverpflegung eingeführt. Die Kantine hatte sich nach Steubens Anweisungen, entgegengesetzt der Latrinen zu befinden. Auch teilte er Männer ein, die für die Sauberkeit der Kantine und Latrinen zuständig waren. So etablierte er Hygiene-Standards, die noch eineinhalb Jahrhunderte später bestand haben sollten.

Schlachten & Erfolge

Die Kampfkraft seiner von ihm ausgebildeten Kompanie, stellte Steuben am 20.Mai 1778 in Barren Hill und wenig später in der Schlacht beim Monmouth Courthouse in der Stadt Freehold im Monmouth County, New Jersey, unter Beweis. Diese Schlacht schien für die Kontinental Armee bereits verloren zu sein, als Steuben seine Männer ins Kriegsgetümmel warf und zu einem grandiosen Sieg führte.

Karriere

Daraufhin empfahl George Washington dem Kongress, Steuben zum Generalinspekteur der Armee, im Range eines Generalmajors, zu befördern. Am 5. Mai 1778 stimmte der Kongress dieser Empfehlung zu. Im Sommer 1778 diente Steuben in General Washingtons Hauptquartier. Dort berichtete Steuben ausführlich über die Schlacht bei Monmouth.

Im Winter 1778/1779 schrieb von Steuben ein wichtiges militärisches Werk mit dem Titel "Regulations for the Order and Discipline of the Troops of the United States".

Dieses Ausbildungshandbuch wurde später das Standardwerk der amerikanischen Armee und ist es in modifizierter Form noch heute.

Mehr als Jahr später, in dem er sich mit der weiteren Verbesserung der Armeestruktur befasste, begab er sich mit Nathanael Greene, der zum Befehlshaber der kontinentalen Südarmee befördert worden war, auf Reisen. In Virginia machten sie Quartier. Als die Engländer unter der Führung von General Charles Cornwallis in Virginia einmarschierten, diente Steuben unter dem Marquis de Lafayette. Anschließend nahm Steuben als Berater von Nathanael Greene an den Kämpfen im Süden teil. Später nahm von Steuben an dem letzten Feldzug in Stony Point bei Yorktown, der Schlacht bei Yorktown, teil. Steuben das Kommando über eine von drei Divisionen.

Nachkriegsaufgaben

Nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg assistierte er George Washington bei der Demobilisierung der Armee und war maßgeblich daran beteiligt, den Verteidigungsplan für die neue Nation zu entwerfen. Im März 1784 wurde Friedrich Wilhelm Baron von Steuben amerikanischer Staatsbürger.

Im gleichen Jahr, am 24. März 1784 wurde er mit allen Ehren aus dem Militär entlassen.

Steuben ließ sich im Staat New York nieder, aber sein geschäftlicher Spürsinn war nicht sehr ausgeprägt und so dauerte es nicht lange bis er wieder in finanzielle Nöte geriet. Die Ursache seines chronischen Geldmangels lag hauptsächlich auch darin, das er lange Zeit auf einen finanziellen Ausgleich von der amerikanischen Regierung für seine Verdienste wartete. Erst im Juni 1790 wurde ihm vom Staat eine jährliche Pension von 2.500 Dollar bewilligt. Das half ihm über die Runden zu kommen, aber seine Schulden konnte er damit nicht tilgen.

Aber von Steuben hatte gute Freunde, einer davon war Alexander Hamilton. Seine Freunde halfen ihm mit ‘Geldspritzen‘ über die ärgsten Nöte hinweg. Auch für eine Hypothek bürgten sie, damit Steuben ein Haus im Oneida County bauen konnte. Das fast 6.500 ha Grundstück, auf dem das Haus stehen sollte, bekam er vom Staat New York geschenkt.

Letzte Ehrung

Am 28. November 1794 starb Friedrich Wilhelm von Steuben. Da er unverheiratet war, vermachte er seinen Besitz seinen ehemaligen Adjutanten William North und Benjamin Walker. Die amerikanische Nation ehrte ihn mit einem Heldengrab im Steuben County. Die Inschrift auf seiner Bronzetafel lautet: "Indispensable to the Achievement of American Independence".

Auch heute noch gedenken die Amerikaner mit der Steuben-Parade, die sich alljährlich im September durch die Straßenschlucht auf der 5th Avenue in New York City schlängelt, an Friedrich Wilhelm von Steuben.

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Geschichte

Steuben Parade in New York City - ein riesiges Event voller Tradition
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Document Information
Sources: -bg-
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