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Seeleute haben Tattoos! Rocker auch! So oder ähnlich lauten die Pauschalurteile. Wie ist es wirklich?

Seeleute und das Tattoo
Bekannt wurde "Tattooing" vielleicht erst mit Captain Cook, als er bei seinen Pazific-Reisen Mitte des 18. Jh. nicht nur Hawaii und die Polynesier kennenlernte; seine Leute und andere Seemänner fanden Gefallen an dieser fremden Kunst und rasch entwickelten sich eigene Motive abseits von Tribal und Glauben. Zunächst liessen sich die Seefahrer von den Einheimischen tätowieren und schauten sich die Technik ab. Was folgte, war der Versuch, selbst zu tätowieren, was an Bord gegenseitig geübt wurde. Die herumreisenden Seeleute brachten Tätowieren in den Rest der Welt, wo es noch nicht so bekannt war, vor allem Europa. Zunächst waren die Hafenstädte zwangsläufig die Orte, wo sich an Land die ersten Tätowierer, oft ehemalige Seeleute, ansiedelten. Dieser neue Berufsstand sorgte dafür, dass sich mehr Kunst und Fingerfertigkeit entwickeln konnte. Ausserdem sammelten die Seeleute nun von Hafen zu Hafen neue Tattoos - später ein Spiegel ihres Lebens und oft ihrer "Geliebten". Im 19. Jh. waren Tattoos eine eindeutige Domäne der Männer, die zur See fuhren und dies wurde von der Gesellschaft allgemein sehr eng damit verbunden (also auch eine soziale Bewertung).
Mehr als 95% aller Seeleute waren Ende des 19. Jh. tätowiert. In dieser Zeit entstand also das Klischee, was sich bis heute so hartnäckig hält.
In Europa kam Mitte bis Ende des 19. Jh. eine ordentliche Anti-Stimmung gegen den Körperschmuck auf und man drängte das Image des Tätowierens in den Bereich des Verrückten und Kriminellen - kurzum: die Ächtung war eingeleitet, viele zehren in der heutigen Zeit noch von diesen Vorstellungen.
Trotzdem konnte dies nichts daran ändern, dass 1891 die elektrische Tätowiermaschine in New York erfunden wurde und Studios nur so aus dem Boden schossen. New York und andere Hafenstädte waren die Hochburgen.
In den Vereinigten Staaten kam die Tätowierung während des Bürgerkrieges wieder stark ins Kommen - patriotische Symbole dominierten. Später, während der Weltkriege, waren gleiche Neigungen bei den Soldaten zu erkennen - ein Stück Heimat, Glauben und Hoffnung auf der Haut tragen...
Neuzeit
Die Beweggründe sind verschieden, oft ist es ein Spiegel von Lebensstationen, Gruppenzugehörigkeit, Lebenseinstellung. Und all dies soll der Umwelt mitgeteilt werden - man ist sich bewusst, dass man möglicher Ablehnung begegnet, denn die Gesellschaft hat die geschichtlichen Hintergründe vergessen und Klischee-Urteile an die Stelle gesetzt.
In den vergangenen Jahren hat sich die "Art of Tattoo" wieder stark verbreitet - im Fernsehen, in Werbungen und Kinofilmen werden sie gezeigt. Nicht nur die "Motorradszene" hat Tattoos, bis zur Wall Street findet man sie.
Die Motive
Moderne Tätowiermaschinen und die Fähigkeit des Tätowierers erlauben heute im Prinzip alle denkbaren Motive; die Farben wurden im Laufe der Jahre immer besser und vielfältiger. Was in den Anfängen immer nur in schwarz oder blau war, ist längst durch bunte Vielfalt ersetzt. Interessant ist die Auswahl des Motives, dessen also, was man dann ab dato jeden Tag tragen wird.
Ganz oben wird bei der Auswahl des Motives wird immer die Lebenseinstellung stehen - die Identifikation mit dem Tattoo.
Männer-Domäne?
In der Geschichte nicht. Wie schon erwähnt, war es keine Seltenheit, wenn Frauen in Nordamerika, der Südsee, Neuseeland und Hawaii etc. tätowiert waren. Maori Frauen liessen sich die Lippen schwarz färben, Samoa-Frauen kennen das Malu, einen Ritus, der das Erwachsenwerden einer Frau durch Tätowierung am Oberschenkel kennzeichnet.
Die viktorianische Zeit liess es sicherlich nicht nur bei Frauen verpöhnt sein, tätowiert zu sein - das war eine allgemeine Stimmung.
Dann aber in den 60er und 70er Jahren kam das Tätowieren wieder in Mode und die 90er brachten einen Boom.

Frauen sind momentan die am schnellsten wachsende Gruppe der Tattoo Träger und jeder zweite Kunde im Tattoo-Studio ist eine Frau.

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Tattoo Kunst im pazifischen Raum.


   
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