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Tattoo Kunst in den60er bis 90er jahren in den USA

In den 60ern begann die neue Ära des Tattoos in den Vereinigten Staaten - der soziale Status sollte sich in den folgenden Jahrzehnten stark wandeln.

Es begann -wieder einmal- bei einer Gruppe, die weit davon entfernt war, allgemein anerkannt zu werden: es war die Zeit der sozialen Proteste, der Weltverbesserer und wie immer man sie nannte.

Es kamen dann die Hippies und Anfang der 70er setzten die Rolling Stones ein Signal: jeder kennt die Ablehnung, die ihnen und den folgenden Musikern von Seiten der Mainstream-Bürger entgegen flackerte. Aber es ging ja auch um die neue Generation, die eine Möglichkeit des Protestes, des Anders-sein, darin sah.

Es war der Tattoo Künstler Lyle Tuttle (Spitzname Frisco Flyer) aus San Francisco, der die Rolling Stones, Daryl Hall, Peter Fonda und Janis Joplin 'bearbeitete' und international in die Presse kam. California war auch einer der Vorreiter-Staaten in bezug auf eine neue Sichtweise dieser Kunstrichtung: so veröffentlichte 1982 das Büro des Governeurs eine Stellungnahme zur stattfindenen Tattoo-Messe, in der die Tattoo-Kunst als eine Urform der visuellen Künste bezeichnet wurde...

Trendy
Mitte bis Ende der 80er Jahre begann dann der Boom, denn Tattoo's wurden trendy und in den 90er Jahren war der Durchschnittsbürger erreicht. Die Prominenz machte es öffentlich vor - Musiker, Schauspieler, Models, Sportler zeigten offen ihre Hautkunstwerke. Vielleicht waren zu dieser Zeit schon viele Normalbürger tätowiert, aber wer traute sich schon, dies offen zu zeigen?

Im Sportbereich waren es einst nur die Boxer, dies hat sich schnell geändert.
Mindestens ein Drittel aller Sportler aus Football, Baseball, Basketball und fast allen anderen Sportarten sind tätowiert. Und sie sind oft Millionen-Verdiener, so wie Schauspieler und Models. Also schien das stereotype Denken, dass man nichts mit Tattoo erreicht, falsch. Entscheidend war sicher auch, dass Tattoos nicht mehr nur laienhaft plump gestochen wurden; auch werden Stellen ausgesucht, die dem Träger die Option offen halten, es zu zeigen oder nicht.

In den letzten Jahren haben sich viele der nationalen, anerkannten Zeitungen und Magazine mit dem Phänomen auseinandergesetzt. Es wird einheitlich davon gesprochen, dass es keine sozialen Klassen mehr gibt, die vom Wunsch nach Individualität ausgeschlossen sind. Es ist in den Chefetagen der Wall Street und Madison Avenue zu finden, genau wie bei Büroangestellten, Anwälten und Arbeitern.

Der Frauenanteil hat sich in den letzten 20 Jahren vor dem Jahrhundertwechsel vervierfacht und heute wird davon ausgegangen, dass jeder zweite Kunde eines Tattoo-Studios weiblich ist.

Berufstand legalisieren
1997-1998 mussten offizielle Stellen umdenken, denn Tätowieren war bislang oft nicht anerkannt oder sogar verboten. Die Behörden dachten über Legalisierung nach und gerade in Zentren wie New York, wo schon lange illegal vor sich hingearbeitet wurde, machte man die Kunst und den Beruf offiziell. Ebenso Nachbar New Jersey.
Heute wird von Regierungsseite das Tätowieren einerseits als Kunstform und andererseits auch als Berufsstand anerkannt.

Dennoch gab es noch in jüngster Vergangenheit Gerichtsverfahren, die sich mit dem Thema beschäftigen mussten. Am 23.10.2000 urteilte eine Richterin des Obersten Gerichts in Massachusetts und setzte richtungsweisende Zeichen, indem ein 38 Jahre altes Gesetz in Frage gestellt wurde, nachdem nur Ärzte das Recht haben dürfen, aus medizinischen Gründen ggfs. Tätowierungen (Körpermarkierungen) vorzunehmen. Dieses Gesetz sei sogar verfassungswidrig. Kläger waren zwei Bewohner der Insel Martha's Vineyard, die in Massachusetts ein Studio eröffnen wollten bzw. die legale Möglichkeit forderten, sich tätowieren zu lassen. Die Richterin drückte aus, dass "Tätowieren eine uralte Kunstform sei, die in fast jeder Kultur seit tausenden von Jahren zu finden gewesen sei... Tattos ... drücken eine Verbindung zu anderen Menschen, zu Institutionen, zu religiösem Glauben sowie zu politischen und persönlichen Einstellungen aus".

Ende November 2000 wurde durch ein anderes Gericht das alte Gesetz bis zum 31.01.2001 wieder in Kraft gesetzt, um den Behörden Gelegenheit zu geben, Regelungen auszuarbeiten...

In Massachusetts ist Tätowieren dann nun letztendlich erlaubt worden. Ebenfalls in Oklahoma (seit ca. 2006) und South Carolina (seit 2003/2004, South Carolina General Assembly, 115th Session), ist Tätowieren erlaubt -- diese beiden Staaten hatten lange gezögert.

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