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USA Leben & Arbeiten

Vorstellungsgespräch: Das Interview

Das 'Interview' ist das Vorstellungsgespräch und auch eine Schlüsselstelle der Bewerbung. Wenn Sie es bis zum Interview geschafft haben, ist schon ein gutes Stück des Weges geschafft. Das amerikanische Interview ist nicht viel anders als das, was Sie auch kennen. Es kommt hier genauso auf den persönlichen Eindruck an und natürlich darauf, ob Sie mit Ihrem Gesprächspartner auf dem gleichen 'Level' sind und Sie in die Firmenlandschaft passen. Es soll hier nicht auf Körperhaltung und -sprache, gute Manieren und andere Selbstverständlichkeiten eingegangen werden, denn die sind hier wie anderswo.

Ganz typisch ist, dass man mit mehreren Gesprächspartnern spricht. Nicht nur der Personalchef (Human Resources Manager) redet mit dem Kandidaten, sondern meistens auch die späteren Kollegen und Chefs. Manchmal kennt man schon das ganze Team nach dem Vorstellungsgespräch.

Der Personal Verantwortliche stellt Fragen, wie sie überall gestellt werden. Darunter fallen z.B. folgende:

  • Erzählen Sie einmal über sich etwas
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben
  • Warum sind Sie bei Ihrem letzten Job gegangen (für Auswanderer einfach zu beantworten!)
  • Beschreiben Sie Ihre Führungserfahrung? oder Haben Sie Führungserfahrung?
  • Welche Stärken / Schwächen?
  • Wie arbeiten Sie unter Druck?
  • Arbeiten Sie besser im Team oder Solo?
  • Wie lange sehen Sie Ihre Mitarbeit bei uns?
  • Abschliessend kommt immer: Haben Sie Fragen an uns?

Die meisten Fragen kann man intuitiv beantworten und eine uralte Grundregel gilt: Natürlich bleiben!

Bleiben Sie nicht zu allgemein bei den Antworten und nehmen Sie eine Position ein - besser eine Meinung als gar keine. Antworten Sie nicht mit Gegenfragen, jedenfalls nicht dauernd, sondern nur, wenn die Fragestellung wirklich präzisiert werden muss, um richtig zu antworten oder wenn Sie sie aus sprachlichen Gründen nicht genau verstanden haben. Ihr Gegenüber wird dafür Verständnis haben.

Zeigen Sie, dass Sie bei dem Gespräch mitdenken und vermeiden Sie 'allzu witzige' Antworten: Ihr Gegenüber sieht Sie sonst vielleicht nur als 'Spassvogel' ohne Fähigkeit, sachlich an ein Thema zu gehen. Aber: Humor, das ist eine Eigenschaft, die von amerikanischen Headhuntern und Personalchefs auch sehr geschätzt wird. Es muss aber eben an der richtigen Stelle mit dem richtigen Satz sein. Intelligenter Humor! Einfach mal so einen Witz 'zu erzählen' bringt Sie in die Pausen-Clown Ecke. Sollten Sie vom Typ aber eher der 'Bier-Ernste' sein, dann lassen Sie es auch dabei, denn 'verstellen' kann man sich meistens nicht im Gespräch.

Team-Verhalten und die Frage danach ist eine der häufigsten und wichtigsten. Amerikanische Firmen, vor allem wenn Sie in der High-Tech und IT-Industrie suchen, arbeiten in extrem relaxter Atmosphäre, Team-Bereitschaft ist essentiell. Auch ein Manager muss immer sehr gute Team-Player Fähigkeiten haben. Allgemein gilt: Team-Work und entsprechendes Verhalten und Fähigkeiten sind massgeblich für die meisten Jobs!

Je nach Branche und Firmengrösse treffen Sie nach dem Personal-Verantwortlichen immer zuerst auf Ihren späteren Vorgesetzten oder ganz zuletzt, je nach Interview-Strategie. Manche lassen Sie erst mit Ihren späteren (relevanten) Kollegen sprechen und wenn die den Daumen nach oben heben, dann lohnt es sich für den Chef, mit Ihnen zu sprechen. Sollten Ihre Kollegen denken, dass Sie nichts vom Thema verstehen, dann ist Ihre Chance gleich Null. Auch für Sie als Kandidat ist es nützlich zu sehen, ob Sie einen guten Draht zu den Mitarbeitern haben würden.

Die hier geschilderten 'aufwendigen' Interviews mit mehreren Personen und Etappen gibt es natürlich nicht immer. Grundsätlich gilt: Je wichtiger die Position oder je höher die Anforderungen daran, desto genauer das Interview. Bewerbungen auf Stellen, bei denen ohnehin bekannt ist, dass die Fluktuation sehr hoch ist bzw. die Anforderung nicht hoch, gehen meistens mit einem Gespräch vonstatten: Niemand will sich dafür viel Zeit nehmen.

Kleidung Hängt ganz stark von Job, Stadt und Arbeitgeber ab! Generell gilt: So kleiden, dass man eben einen guten Eindruck macht ohne 'überzogen' zu wirken. Lieber etwas dezenter. Selbstverständlich beziehen Sie bei der Auswahl der Kleidung ein, wen Sie in welcher Atmosphäre zu erwarten glauben. Nehmen Sie einmal an, Sie bewerben sich bei einer Bank in New York: Dann dürfen Sie davon ausgehen, dass man als Mann im Anzug und als Frau im Kostüm erwartet wird. In New York gilt dies überhaupt mehr, auch für Sachbearbeiter Jobs ohne Kundenkontakt. San Francisco: Immer etwas mehr 'Gas' geben als normal. Die Menschen sind kleidungsorientiert. In den Technologiezentren New York, Denver, Houston, Dallas, Silicon Valley: sehr unterschiedlich: von Abteilungen, in denen mit Anzug gearbeitet wird bis zu kurzen Hosen ist alles denkbar. Die Firmengrösse und das Image der Firma sollte auch einbezogen werden. Aber für Sie als Bewerber heisst es erst einmal, den ersten Interview-Termin zu überstehen, bevor die Shorts aus dem Schrank geholt werden können. Wählen Sie als Mann für Büro Jobs ruhig den Anzug, denn ein jeder in Ihrer neuen Firma weiss ja, dass ein Bewerber immer etwas anders ankommt, als er u.U. später arbeitet. Also besser mehr als weniger! Als Frau hat man eindeutig mehr Freiheiten, das konservative Kostüm ist zwar gut, aber andere klassische Kleidung genauso. Als Frau auf keinen Fall 'auffällig' oder 'überbetonend' - was gemeint ist, ist klar. Aber auch hier gilt: Die Branche ist entscheidend und sollte es die Modeindustrie oder die kreative Branche sein, dann zieht man sich einfach passend an. Nehmen Sie Ihre europäischen Erfahrungen bzgl. Kleidung bei einem Vorstellungsgespräch und machen Sie es ähnlich.

Geld Falls man von Ihnen nicht schon im Anschreiben Ihre Forderungen genannt wissen wollte, so kommt dies bestimmt jetzt zum Tragen. Deshalb sollten Sie sich vor dem Gespräch spätestens mit entsprechendem Wissen über die branchenüblichen Konditionen wappnen. Berechnen Sie allerding auch die Sozialleistungen des Arbeitgebers ein. In den umworbenen Kenntnisbereichen bekommt man heute mehr, als Sie es aus Ihrer Heimat wahrscheinlich kennen. Krankenkasse allgemein, Zahn, Auge, Urlaub, bezahlte Krankheitstage etc.. Und wenn die Branche nicht zu denen gehört, die boomt, dann hat man bei grossen internationalen Firmen oft ein überraschend gutes Sozialdenken. Löhne und Gehälter sind sehr stark regional unterschiedlich, da auch die Lebenshaltungskosten zwischen den Staaten und zwischen den Städten sehr variieren. Einerseits können in einer teuren Stadt die Gehälter höher sein, andererseits im Verhältnis zur Lebenshaltung vielleicht niedriger, da auch viele Bewerber auf die gleiche Position schauen und den Gehalts-Level senken. Die beste Einschätzung des Gehalt-Niveaus eines Ortes bekommt man beim Studieren der Tageszeitungen und der angebotenen Dollar. Im Internet bei den Jobdatenbanken werden fast immer die Gehälter zum Job genannt, das hilft bedeutend.

Staffing Companies Diese Arbeitskräfte-Vermittler, die von sehr vielen Firmen in den Vereinigten Staaten zum Besetzen der freien Stellen herangezogen werden, sind u.U. Ihr erster Interviewpartner. Diese Firmen filtern also die Bewerber und sprechen dann mit denen, von denen sie glauben, dass sie sie beim Kunden unterbringen können. Oft setzen diese Firmen in Ihrem Interview einen Fähigkeiten-Test zum Einschätzen des 'Skills' (Erfahrungsprofils) ein. Bei Direktbewerbungen ist das nicht so häufig.

Nach dem Interview Nach dem Gespräch wird man in den wenigsten Fällen ein Ergebnis erfahren. Abgeschlossen werden die Interviews meistens damit, dass man Sie fragt, welche Fragen Sie interessieren. Das darf alles sein, aber bitte keine Fragen, deren Antworten Sie eigentlich wissen sollten, wenn Sie einmal die Website der Firma angeschaut hätten. Vorbereitung ist wichtig. Fragen Sie zum Beispiel nach Entwicklungsmöglichkeiten Ihrer Position, also zeigen Sie Engagement und Interesse. Die meisten werden Ihnen auch anbieten, dass Sie bei weiteren Fragen jederzeit anrufen sollen - das ist ernst gemeint und kann auch dazu dienen, festzustellen, wie sehr Sie interessiert sind. Siehe dazu auch später unter 'Nachhaken'.

'Nachhaken' Das ist in jedem Fall gut - das zeigt Interesse. Rufen Sie ruhig an und erfragen den momentanen Status Ihrer Bewerbung. I.d.R. haben Sie aber ohnehin etwas dazu im Interview vereinbart! Falls Sie Fragen haben, stellen Sie die. Vor allem aber macht es einen guten Eindruck, wenn man sich am Folgetag des Interviews oder auch am gleichen Tag noch per email oder Telefon für das Gespräch bedankt. Ein Amerikaner achtet darauf.

Sie sehen, das meiste ist wie 'daheim'. Es bleibt nur die kleine Sprachbarriere zu überwinden, die u.U. Ihre Ausdrucks-Fähigkeiten etwas einschränkt. Etwas Training mit einem Freund oder Partner hilft, dies abzubauen.

Viele Details zum Bewerben & Leben in den USA können Sie in unserem PDF Handbuch "Immigration USA" erfahren. Siehe nachfolgender Link zum "Immigrations Portal", wo Sie auch das Buch finden.

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