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USA Leben & Arbeiten

Krankenversicherung in den USA

Das Krankenversicherungs-System in den USA ist sicher nicht das Beste, aber Leistungen können für Arbeitnehmer günstig und qualitativ gut sein.

Krankenversicherung - darüber wird viel spekuliert und manchmal meint einer, dass es wohl in den USA gar keine Krankheitsfall-Absicherung gibt und man sofort verarmt.
Natürlich kennt 'Amerika' auch eine Krankenversicherung und diese ist auch bezahlbar... sofern man einen Arbeitsplatz hat. Allerdings, und das macht es schwierig, gibt es einen Tarif-Dschungel und auch eine fast unüberschaubare Anbieter-Vielfalt, so dass man viel Zeit benötigt und am besten Freunde und Kollegen, die schon eine Versicherung haben und Rat geben können. Welche Leistung man für welchen Betrag und bei welchem Anbieter bekommt, ist ebenfalls eine kleine Wissenschaft, denn negative Seiten werden natürlich verschleiert und es werden nur immer die positiven Seiten der Versicherung herausgestellt. Aber... das haben wohl alle Versicherungen in der Welt gemein und es ist kein USA-typisches Phänomen.

Wohnsitz oder temporärer Aufenthalt?

Wer in die USA für bis zu einem Jahr geht, der braucht sich überhaupt keine Gedanken machen, denn Langzeit-Krankenversicherungen für das Ausland (hier: ausserhalb Europas) werden von den meisten grossen Versicherungen angeboten. Die Beiträge sollten i.d.R. alle bezahlbar sein. Es kann bei den Tarifen allerdings noch die Unterscheidung zwischen privatem und beruflichen Aufenthalt geben und das schlägt sich etwas im Tarif nieder.

Wer seinen Wohnsitz allerdings für immer in die USA verlegt, der muss sich dann etwas überlegen. Für das erste Jahr sollte man ggfs. mit dieser langfristigen Auslands-Reisekrankenversicherung beginnen, dann hat man genug Zeit, um neue Planungen zu machen.
Nach Ablauf bieten sich dann zwei grundsätzliche Wege an: Die amerikanische Krankenversicherung oder der Weg, ein 'Bein' in der Heimat zu lassen und sich einen Anbieter zu suchen, der einen auf Dauer auch trotz Wohnsitz im Ausland versichert. Das gibt es mittlerweile auch; man muss aber etwas herumfragen, um diese Anbieter zu finden und zu vergleichen. Der andere Weg, nämlich die amerikanische Krankenversicherung, wird bei vielen der 'natürliche' Weg werden, da man im guten Fall automatisch über den Arbeitgeber versichert wird. Dies ist keine 'deutsche' Eigenheit mehr, sondern auch bei amerikanischen Firmen immer häufiger. Sicherlich hängt dies vom Unternehmen und der Branche ab, aber z.B. ist in gefragten IT-Berufen eine 50-100% Übernahme der Krankenversicherungskosten im Bereich des Möglichen, dass bedeutet, die Absicherung kann besser sein, als man es aus der Heimat kannte. Aber auch Grossfirmen, wie z.B. einigen Fluggesellschaften, können Mitarbieter-Programme haben, die nur eine monatliche Selbstbeteiligung von unter 50 US$ verlangen.
Es hängt also davon ab, ob Sie in den USA arbeiten werden und wenn ja, in welchem Job bei welcher Firma. Sollte man nicht arbeiten oder selbstständig sein wollen, dann wird der Monatsbeitrag sicherlich teuerer. Selbstständige haben noch die Möglichkeit, sich in einer Art Verbund, d.h. mehrere Kleinfirmen der gleichen Branche bilden eine Gemeinschaft, zu organisieren und somit an deutlich günstigere Tarife zu kommen.

Vergleichen

Wer eine amerikanische Krankenversicherung nimmt und nicht über das Angestelltenverhältnis versichert wird, der muss Vergleiche der Leistungen durchführen. Ähnlich bei privaten Krankenversicherungen in z.B. Deutschland, kann man sein Versicherungspaket aus Modulen bestimmter Leistungen zusammenstellen. Bestandteile eines Versicherungsschutzes sind Zahn- und Normal-Medizin, Auge, Medikamentenverschreibung, Chiropractic etc.. Für alle Module sind verschiedene prozentuale Deckungen bzw. Zuzahlungen denkbar, z.B. 80% bei Dental, 60% bei Auge etc.. Auch 100% ist möglich.

Freie Arztwahl

Es gibt zwei Varianten: 1. vollkommen freie Arztwahl und 2. eine Beschränkung auf eine Art Arztverbund.
Erläuterung:
1. braucht vermutlich nicht näher beschrieben werden, man kann jeden Arzt aufsuchen und mit der Krankenkasse abrechnen.
2. ein Arztverbung bedeutet, dass sich Ärzte verschiedener Fachrichtungen in einer Art Gemeinschaft zusammenschliessen und gegenüber dem Versicherungsträger bestimmte Höchstsätze bei der Abrechnung für bestimmte Leistungen garantieren. Auf diese Art können Versicherungsträger Kosten besser kalkulieren und die Versicherungssätze sind niedriger als bei der Variante 'freie Arztwahl'. Diese zusammengeschlossenen Ärzte können auf lokaler oder nationaler Ebene gefunden werden - die Verfügbarkeit sollte vom Antragsteller geprüft werden. Wer Variante 2 für sich wählt, muss im Fall, dass er einen Arzt ausserhalb des Verbundes aufsucht, klären, welchen Anteil der Kosten er dann übernehmen muss.

Vollkasko-Mentalität

Oft ist bei Neu-Einwanderern die sogenannte Vollkasko-Mentalität zu beobachten: möglichst alles in jeder Konstellation zu 100 Prozent abdecken. Dies kann natürlich teuer werden, da wie überall, mit sinkendem Eigenanteil die Prämie höher wird; vergleichbar in der alten Heimat auch mit der Autoversicherung oder privaten KV. Deswegen sollte man, sofern man auf's Geld schauen muss, abwägen, welche Leistungen man mit welchem Deckungsgrad braucht oder ob man bestimmte Versicherungsmodule überhaupt benötigt. In Gesprächen mit Amerikanern trifft man öfter auf die Einstellung, dass 'schwerwiegende Risiken' wie Operationen, Krankenhaus etc. versichert sind aber man einem Schnupfen mit den handelsüblichen Mitteln selbst bekämpft.

Kosten eines Arztbesuche

Eine Arztpraxis ist in den USA ein Business, d.h. es wird offen über die Preise gesprochen und dies wird auch beworben.
Sie bekommen durchaus Flugblätter, auf denen ein Zahnarzt die Preise seiner Behandlungen oder Vorsorge-Untersuchungen nennt - auch Sonderangebote. Preisvergleiche sind möglich. Es ist ein offener Markt und am Ende ist die Gesundheit ein Geschäft wie jedes andere auch.

Für alle die, die Sorgen haben: In Deutschland ist es auch nichts anderes, nur wird es nicht ausgesprochen - aber ohne Bezahlung arbeitet ein Arzt auch dort nicht. Von daher ist man in den USA mindestens genauso gut aufgehoben. Es ist lediglich etwas gewöhnungsbedürftig, dass die erste Frage beim Betreten einer Arztpraxis immer die nach der Art der Bezahlung ist: das kommt etwas 'plump' und erscheint etwas taktlos... aber von diesem Gefühl muss man sich vermutlich freimachen.

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