• twitter.com/magazinusa
  • facebook.com/magazinusa
  • Besucht uns auch auf:
Diesen Artikel...
 

U.S. Originale

Campbell Soup

Es war im selben Jahr, 1869, als Ulysses S. Grant seinen Amtseid als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika leistete und die letzte Eisenbahnschwelle der Transkontinentalen Eisenbahn in den Boden gerammt wurde und... als sich zwei Männer in Camden, im Bundessaat New Jersey gegenseitig die Hände schüttelten: der eine von ihnen war ein Obst- und Gemüsehändler mit dem Namen Joseph Campbell und der andere war ein Kühlschrankfabrikant mit Namen Abraham Anderson. Die Hände reichten sich die beiden Männer, um sich zu gratulieren, denn sie hatten gerade eine gemeinsame Firma gegründet, die eines Tages einen der bekanntesten Markennamen der Welt tragen sollte und die zu einem Symbol für Amerika werden sollte:
die 'Campbell Soup Company'.

Condensed Soup
Damals hieß die Firma allerdings noch: Joseph A. Campbell Preserve Company. Und die Firma produzierte Konserven. Wie Dosentomaten, Gemüse, Gelees, Suppen, Gewürzzutaten und Hackfleisch. 1897 ereignete sich ein Meilenstein in der Firmengeschichte, als Arthur Dorrance, der Generalmanager der Company, seinen 24 jährigen Neffen nur sehr widerstrebend anstellen wollte: Dr. John T. Dorrance, in Europa ausgebilderter Chemiker, hatte sich zu dem Entschluß durchgerungen, unbedingt für die Campbell Company zu arbeiten. Sein Engagement ging so weit, das er sein Labor-Equipment aus eigener Tasche bezahlte und sich bereit erklärte für die lächerliche Summe von 7,50 Dollar, die Woche zu arbeiten.
Dr. John T. Dorrance, schrieb noch im gleichen Jahr Firmengeschichte, als er die kondensierte Suppe erfand. Durch den Entzug des Wasseranteils der Dosensuppen schrumpfte der Doseninhalt, die Dosen wurden kleiner, leichter und es ließen sich mehr Lagerbestände anlegen. So konnten mit einem Schlag die Kosten für die Verpackung, die Distribution und die Lagerhaltung drastisch gesenkt werden. Dies machte es möglich, eine 10,5-ounce Dosensuppe für einen Dime (10 Cent) anzubieten - im Vergleich zu den 30 Cent für eine normale 32-ounce Dosensuppe. Die Idee kam bei den Amerikanern sehr an, so sehr, dass die Campbell Company 1922 beschloß, das Wort 'Soup' als Mittelteil in den Firmennamen aufzunehmen.

Werbung
Die Werbung tat ein Übriges, um die Suppen einem breiten Konsumentenpublikum schmackhaft zu machen. Die im Jahr 1904 gestartete Werbekampagne mit den pausbäckigen Campbell Kids zielte direkt auf die in einem Beschäftigungsverhältnis stehenden Mütter ab und verfehlte ihre Wirkung nicht. Zur gleichen Zeit wurden die ersten Anzeigen in den Printmedien geschaltet. Campbell bot 21 unterschiedliche Dosensuppen für 1 Dime an. 1930 versuchte die Campbell Soup Company ihren Bekanntheitsgrad über Radiowerbung zu vergrößern und sprach in einem Spot jetzt nicht nur die Mütter und Hausfrauen an, sondern die ganze Familie. Der Jingle "M'm! M'm! Good!", prägte sich bei den Radiohörern ein.
Als in den 50er Jahrendas Pantoffelkino in die amerikanischen Haushalte einzog, wurden von Campbell die ersten Fernsehspots gedreht und 40 Jahre später hatten sich auch die Campbell Kids dem Zeitgeist angepaßt und tanzten in einem Werbespot zu Rap Songs. Heute ist die Campbell Soup Company, eine der größten werbetreibenden Firmen auf dem US-Markt. Viele vertraute Aspekte des Markennamen Campbell sind in den ersten Jahren der Firmengeschichte entstanden. So zum Beispiel, als 1898 ein leitender Angestellter der Firma, ein Mann namens Herberton Williams, eines jener traditionellen Football Spiele zwischen den rivalisierenden Cornell und Pennsylvannia -Universitäten, besuchte.

Rot Weiss
Williams war ein begeisterter Fans dieses Sports, aber ebenso fasziniert war er von den roten und weißen Farben der Trikots der Cornell- Mannschaft. Nichts war an diesem Tag imstande, an dem auffallenden "rot-weißen Bild", zu rütteln, das sich nur allzu deutlich vom Spielfeld und den Trikots des anderen Teams unterschied und sich unauslöschlich einprägte. Herberton Williams überzeugte seine Vorgesetzten davon ihr bisheriges Label umzuändern und diese beiden Farben als Eyecatcher zu übernehmen und auf allen Dosen der Campbell Soup Company zu drucken.

Das Kochbuch
Die Idee, ein Kochbuch mit lauter Rezepten für Dosensuppen auf den Markt zu werfen, hatten die Manager schon im Jahr 1916. Im gleichen Jahr erschien es unter dem Titel: 'Helps for the Hostess'. Nach dem Zweiten Weltkrieg kochten die amerikanischen Hausfrauen klassische und schnell zu kochende Gerichte wie 'Green Bean Casserole' und 'Glorified Chicken' - das ernährte die Babyboomer Generation und ist bis heute in der amerikanischen Küche ein beliebtes Gericht.
Und in der Tat, das Kochen nach den "easy-to prepare" Rezepten bürgerte sich derart ein, das im Jahr 440 Millionen Campbell Dosensuppen verkauft wurden.
Campbell's Suppen wurden in der Beliebtheit nur von Fleisch und/oder Geflügelgerichten, Nudeln und Gemüse auf die Plätze verwiesen.

Produkt-Favoriten
Einige der beliebtesten Geschmacksrichtungen der Campbell Soups sind die Tomatensuppe, die Champignoncremesuppe und die Hühnernudelsuppe. Wahrend die Tomatensuppe schon im Jahr 1897 auf dem Markt war, kamen die beiden anderen erst 1934 in die Regale der Händler. Man hat errechnet, das die Amerikaner allein von diesen drei verschiedenen Geschmacksrichtungen pro Jahr 2,5 Milliarden Teller verspeisen.
Und immer wieder verstand es die Firma, sich auf einen veränderten Markt einzustellen. So wurden neue Produkte dem Verbraucher vorgestellt. Und auch die kamen an. Das waren dann Dosen gefüllt mit Broccolicremesuppe, Double Noodle und Hühnercremenudelsuppe.
Und auch auf der Gesundheitswelle schwamm die Company mit. Für die Ernährungsbewußten unter den Kunden wurden geschmackvolle Suppen kreiert, die weniger Natrium, Cholesterin, Fette und Kalorien enthielten.

Der Konzern heute
Heute vermarktet die Campbell Soup Company fast alle nur erdenklichen Arten von Suppen. Angefangen bei der 'Chunky' über die 'Home Cookin' bis hin zur 'Simply Home' und zur Ready-to-Serve Suppe.
Die Anzahl der Markennamen, die unter dem Campbell Dach vertrieben werden, haben in all den Jahren stetig zugenommen. Dazu gehören Namen wie ' Pepperidge Farm' (Kekse und Cracker), 'Franco-American' (Saucen und Pasta), ' V8' (Gemüsesäfte), 'Swanson' (Fleischbrühe) und 'Godiva' (hochwertige Schokoladen).
Berühmte Personen, angefangen bei Ronald Reagan und Johnny Carson, über Jimmy Stewart, Orson Welles, Helen Hayes, Donna Reed, Robin Leach, George Burns, Gracie Allen und John Goodman, haben sich in den 'Dienst' für verschiedene Campbell Produkte gestellt.
Generationen von Amerikanern sind mit den von Campbell gesponserten Fernsehserien wie Lassie oder Peter Pan und der berühmten Radioserie Campbell Playhouse aufgewachsen. Zusätzlich zu der schon erwähnten "M'm! M'm! Good!"- Werbekampagne prägten sich auch noch andere Slogans in das Bewußtsein der Konsumenten ein. Darunter waren so Slogans wie: 'Wow! I could've had a V8!' und 'Uh-oh SpaghettiOs' und für die Produkte von Pepperidge Farm wurde mit dem Slogan: 'Pepperidge Farm Remembers'.

Weltmarkt
Heute exportiert die Firma in fast alle Länder der Erde ihre Produkte. Weil viele ihrer Produkte zu sehr auf den amerikanischen Markt und seinen Verbrauchergewohnheiten zugeschnitten sind und sich somit nur schlecht oder gar nicht international vermarkten lassen, wurden auch landesspezifische Produkte ins Sortiment aufgenommen. So werden beispielsweise auf dem chinesischen Markt 'Duck-Gizzard Soups' angeboten und dem mexikanischen Verbraucher werden 'Cream of Chili Poblano Soups' verkauft.
So haben die Nahrungsmittel der Firma Campbell ihren Weg in die Welt, Tausende von Meilen entfernt, vom Hauptsitz in Camden, NJ, in die Küchen der Verbraucher gefunden und noch immer tragen sie den Namen des Mannes, der die ersten Dosensuppen von einem von Pferden gezogenen Wagen aus verkaufte: Joseph Campbell.

ANZEIGEN
 
photo: Campbell Soup Company
photo: Campbell Soup Company

photo: Campbell Soup Company
photo: Campbell Soup Company

photo: Campbell Soup Company
photo: Campbell Soup Company

   
ANZEIGEN
 
 

Document Information
Sources: -bg-
copyright ©2000-2016 DENALImultimedia LLC; magazinUSA.com sowie Eigentümer. Alle Rechte vorbehalten.
Durch Nutzung dieser Website erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen an, siehe:
Nutzungsbedingungen / Disclaimer / Privacy.

Besucht uns auch auf:
  • twitter.com/magazinusa
  • facebook.com/magazinusa