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Alaska

Totempfähle in Sitka erzählen Geschichten

Für die meisten Menschen ist Alaska noch immer ein wilder, exotischer und mysteriöser Ort. Heutzutage ist Alaska allerdings sehr viel bekannter und weniger sagenumwoben als wie noch vor ungefähr 100 Jahren, als Bezirksgouverneur John Brady eine Sammlung von Totempfählen aus dem Südosten Alaskas zu Veranstaltungen in St. Louis und Portland brachte.

“Er vertrat die Ansicht, dass die Zukunft Alaskas gesichert werden konnte, indem man die allgemeine Aufmerksamkeit auf Alaska lenkte und Siedler dazu bewog, nach Alaska zu ziehen. Deshalb organisierte er eine Ausstellung, die durch attraktive Ausstellungsstücke den Leuten zeigen sollte, was Alaska alles bieten konnte.

Zwischen 1902 und 1904 besuchte Gouverneur Brady zahlreiche Dörfer der Tlingit und Haida Indianer im Südosten Alaskas und bat die Stammesältesten, Totempfähle und andere Gegenstände für die im Jahr 1904 in St. Louis stattfindende Handelsausstellung Louisiana Pur- chase Exposition zu stiften.
Letztlich stifteten die Stammesführer 15 Totempfähle, Hauspfosten und ein Kanu. “Er versprach, dass alle Gegenstände nach Alaska zurückgebracht und dort erhalten werden würden.
Die Stammesältesten hofften, dass die Geschichte ihres Volkes erhalten und bei der neuen Regierung kundgetan würde.”

Nach der Ausstellung in St. Louis und in Portland wurden die Totempfähle nach Alaska zurückgebracht und im Park aufgestellt. Die Parkgemeinschaft erfüllt das damalige Versprechen und kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Southeast Alaska Indian Cultural Center um die Pflege und den Schutz der Totempfähle.

Der Park und das Cultural Center pflegen eine einzigartige Partnerschaft. Seit der Errichtung des Cultural Centers im Jahre 1969 bieten die beiden Organisationen Besuchern die Möglichkeit, mehr über die Kultur der indigenen Bevölkerung dieser Region zu erfahren. Das Cultural Center ist gleichzeitig aber auch ein Ort, an dem die Tlingit mehr über ihre eigene Kultur erfahren.

Im Cultural Center gibt es u. a. Handwerksräume, in denen einheimische Künstler ihre Kunst erlernen und ausüben können, während Besucher ihnen bei der Arbeit zusehen und viel Interessantes über die indigene Kunst und Kultur erfahren können. Viele der Künstler widmen sich der Erhaltung der Totempfähle im Park.

Von den Bemühungen des Civilian Conservation Corps in den Dreißigern bis zur Arbeit der heutigen Schnitzer und Holzpfleger: viele von “Gouverneur Brady’s” Totempfählen wurden inzwischen repariert und teilweise sogar nachgebildet. Die meisten Totempfähle waren schon sehr alt, als sie im Park ankamen. Im Laufe der Jahre wurde die Restaurierung bzw. Nachbildung der Pfähle aufgrund verschiedener Faktoren wie z. B. Alter, Wetter, usw. erforderlich.
Heutzutage handelt es sich bei den meisten Totempfählen um Nachbildungen; allerdings befinden sich auch einige Originale in den Innenräumen.

Die Erhaltung und Nachbildung der Totempfähle gehört nicht zur Tradition ihrer ursprünglichen Erschaffer. Ursprünglich legten sie die Totempfähle auf dem Erdboden nieder und ließen sie wieder mit der Natur verschmelzen.

“Heutzutage schätzen wir diese Pfähle als unersetzbar.” Tommy Joseph, Leiter der Holzschnitzer im Cultural Center, hat an zahlreichen Nachbildungsprojekten im Park mitgewirkt. “Es ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte dieser Region,” sagt Joseph, der seine 15. Saison im Cultural Center absolviert. “Es ist eine Methode zur Verewigung dieser Geschichte.”

Heute verwendet Joseph eine Kombination aus traditionellen und modernen Techniken für sein Kunsthandwerk. So ähneln viele seiner Werkzeuge denen, die die Ureinwohner dieser Region verwendeten. “Wir haben natürlich viele moderne Werkzeuge, aber die traditionellen Werkzeuge eignen sich am besten für unsere Arbeiten,” sagt Joseph.
Im Laufe der Jahre haben sich die Methoden zur Erhaltung der Totempfähle allerdings geändert. Heutzutage höhlt Joseph den hinteren Teil der Totempfähle aus, um Risse zu vermeiden.
Als Stütze wird ein Pfahl in dem Totempfahl eingeführt und im Boden verankert; ursprünglich wurde der Fuß des eigentlichen Totempfahls vergraben.

“Man muss das Bauminnere entfernen um Verrottung zu vermeiden bzw. zu eliminieren,” sagte Joseph. Auch wenn die Erhaltung der Totempfahlsammlung sehr wichtig ist, haben doch auch die neuen Projekte viel Bedeutung.

“Wir dürfen die Kultur und Kunst der Tlingit-, Haida- und Tsimpsian-Völker nicht einfach aussterben lassen. Wir müssen sie lehren, zeigen und kreieren,” sagt Gail Johansen Peterson, Geschäftsführer beim Cultural Center.
Eines dieser neuen Projekte ist z. B. ein elf Meter langer, multi-klan Geschichtspfahl, der 1996 geschnitzt wurde, um an die Tlingit-Stämme zu erinnern, die vor der Ankunft der Russen in dieser Region lebten. Im April stellte Joseph in Zusammenarbeit mit Schülern der örtlichen High School einen sechs Meter langen Totempfahl fertig.

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Totempfähle in Sitka erzählen Geschichten
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Sources: NPS; magazinUSA.com
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