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Michigan

Frankenmuth



Frankenmuth liegt wenige Minuten östlich von der I-75 zwischen Flint und Saginaw.

Der kleine Ort ist eine von Michigan's #1 Sehenswürdigkeiten und zieht jährlich mehr als 3 Millionen Besucher aus 30 Ländern an. "Man kommt sich vor wie in Bayern", so hört man immer wieder Besucher sagen.
Deutschsprachige Bezeichnungen, das "Glockenspiel" sowie die Anordnung und Art der Häuser und Strassen lassen diesen Eindruck leicht aufkommen.

Geschichte

Für die Gründung von Frankenmuth ist der deutsche Missionar Frederick Wyneken, der in Michigan lebte und arbeitete, verantwortlich.

1840 verfasste er einen Aufruf an alle Lutheraner in Deutschland, indem er ihnen von den Nöten deutscher Vorkämpfer in seinem Gebiet und von dem Mangel an Pfarrern, Kirchen, und Schulen berichtete.

Dieser Aufruf erreichte das Herz von Wilhelm Loehe, Pfarrer der Landeskirche in Neuendettelsau, Mittelfranken, Königreich von Bayern.

Loehe war ein populärer und einflußreicher Prediger in seiner Zeit aufgrund seines strengen Festhaltens an die Lehre der Kirche zu einer Zeit, in der im allgemeinen Rationalismus gepredigt wurde. Er organisierte eine Missionsgesellschaft und fing an, Lehrer und Pfarrer für die Arbeit in den Vereinigten Staaten auszubilden. Seine Idee war ein Experiment mit dem folgenden Zweck: den deutschen Vorkämpfern im mittleren Westen geistige Unterstützung zu geben, speziell denen im Saginaw Valley und weiterhin den einheimischen Indianern zu zeigen, wie 'gut und schön es, ist Jesus zu sehen'.

Loehe schrieb dem Pfarrer einer schwäbischen Einrichtung in Michigan, um eine Stelle für seine Missions Kolonie zu genehmigen. Er bekam einen Ort am Cass River in Michigan zugewiesen und nannte ihn sodann Frankenmuth.

Das deutsche Wort 'Franken' stellt die Provinz von Franken im Königreich von Bayern dar und das Wort 'Muth' steht für 'Mut'.

Dreizehn Leute, die meisten waren Bauern aus dem Gebiet um Neuendettelsau, acht waren aus Rosstal, boten sich an, die Kolonie zu bilden. Loehe wählte den Pfarrer August Craemer, ein Absolvent der Universität von Erlangenaus, der Pfarrer und Leiter der neuen Kolonie zu sein.

Im Winter 1844-45 hielten die Neu-Kolonisten Versammlungen ab, um die Gründung ihrer Kolonie zu besprechen und die Verfassung ihrer Gemeinde zu manifestieren. Man definierte die Verantwortungen der Kolonisten zueinander und die der Kirche und umriß die Regierung der Kolonie. Frankenmuth sollte eine ausschließlich Deutsch-Lutheraner Gemeinde sein und die Kolonisten sicherten zu, Deutschland gegenüber loyal und der deutschen Sprache treu zu bleiben.
Die Auswanderer gingen am 5. April 1845 von Nürnberg aus auf die Reise - zu Fuß, mit Fuhrwerken und Zügen nach Bremerhafen, wo sie den Proviant für ihre Reise kauften.

Am 20. April gingen sie auf's Schiff - es war die CAROLINE, wo gleich erst einmal vier Paare heirateten, weil sie wegen der strengen deutschen gesetzlichen Ehe-Anforderungen keine Erlaubniss erhalten hatten.

Die Reise begann und nahm sogleich einen schlechten Anfang, als der betrunkene Kapitän das Schiff auf eine Sand-Bank des Weser-Flusses steuerte. Nach dieser Panne folgten auf dem offenen Meer dann Wind und Stürme, die das Schiff auf einen Umweg über Schottland schickten -statt den englischen Kanal zu besegeln.

Auf ihrer Reise über dem Atlantik trafen sie auf noch gewaltigere Stürme, ein Zusammenstoß mit einem englischen Schiff fand statt und allgemeine Seekrankheit breitete sich aus. Winde und Nebel drifteten das Schiff drei Tage lang nach Norden ab in die Eisberge. Das Schiff war feucht und überfüllt und ihre Lebensmittel fingen an zu faulen. Am Ende der Reise waren fast alle an Pocken erkrankt, ein Kind starb. Aber sie erreichten am 8. Juni, nach 50 Tagen, den Hafen von New York.

Ankunft in der Neuen Heimat

Um Michigan zu erreichen, nahmen sie einen Dampfer, einen Zug und noch einen weiteren Dampfer.

Als sie endlich ankamen wurden sie wegen ihrer fränkischen Tracht von den Franzosen und den Engländern neugierig beäugt.
Von der Bundesregierung kauften Sie für $1,700.00 ca. 680 Morgen des Indianer Landes.

Während der Aufräumarbeiten im Wald wurden die Kolonisten oft von der Malaria heimgesucht. Eine Blockhütte, die in der Mitte des neu erworbenen Landes errichtet werden sollte und eine Kombination aus Kirche, Schule und Pfarrhaus war , wurde noch vor Weihnachten fertig. Die Kirche wurde auf den Namen St. Lorenz, nach ihren Mutter Kirchen in Neuendettelsau und Rosstal, getauft.
Der Wunsch Loehe’s, den Aufbau der Kolonie nach seinen Plänen zu verwirklichen wurde, von den Kolonisten nicht ganz erfüllt. Loehe wollte, dass die Häuser in der Nähe der Kirche errichtet werden, damit die Gruppe intakt bleiben würde und das Dorf dem einem Deutschen entspricht. Die Kolonisten stimmten nicht überein und entschieden sich dafür, sich auf eigenen Farmen in der Umgebung niederzulassen.

Während die ersten Siedler ihre Blockhäuser errichteten, fing Craemer an, die Chippewa Indianer im Gebiet zu besuchen, um sie für die Missions Schule für ihre Kinder zu interessieren. Aber es gab unvorhergesehene Probleme. Bevor die Kolonisten in Saginaw angekommen waren, wußten sie nichts von Aussehen, Verhalten, Kultur oder gar der Sprache der Indiander. Diese waren bereits im Begriff, das Frankenmuth Gebiet auf der Suche nach besseren Jagdgebieten zu verlassen. Sie wollten weg aus dem bereinigten Gebiet des weissen Mannes und deren Anstrengungen ihre nomadischen Gewohnheiten zu untergraben. Und sie wollten weder 'deutsch noch lutherisch' werden.

Im Jahr 1846 reiste die zweite Gruppe von ungefähr 90 Auswanderern nach Frankenmuth. Loehe klagte über die vielen Einwanderer, weil er fühlte, daß etliche unter ihnen eine 'nicht missionarische Triebfeder' im Herzen hatten. Viele der Einwanderer kamen aus dem Altmuehl Gebiet in Bayern (20 waren aus Rosstal). Nach sieben Wochen stürmischer Überfahrt erreichten sie den Hafen in New York. Zweieinhalb Wochen später erreichten sie Frankenmuth und bereisten die gleiche Strecke wie die erste Gruppe. Diese zweite Gruppe hatte es schwerer durch die amerikanischen Städt zu reisen, da kein einziger von ihnen der englsichen Sprache mächtig war. Als sie dann endlich Frankenmuth erblickten, waren sie tief enttäuscht. Ein Siedler schrieb nach Hause: 'Das miserabelste Dorf in Deutschland hat Paläste im Vergleich'.

Mehr Kolonien

Diese Neuankömmlinge kauften ebenfalls Land und fingen an, ihre Häuser zu bauen. Eine Kirche aus Baumstämmen wurde am 26. Dezember 1846 fertiggestellt.
Vom Erfolg von Frankenmuth ermutigt, organisierte Pfarrer Loehe drei weitere Kolonien in Michigan:

Frankentrost, ungefähr sechs Meilen nördlich von Frankenmuth, wurde 1847 von ungefähr 22 Familien gegründet. Loehe's Ansinnen war keine Missionskolonie, sondern deutsche Lutheraner in Michigan zu gruppieren.
Bauernhöfe wurden entlang einer Straße errichtet, damit alles mehr wie ein deutsches Dorf aussah.

Frankenlust, 22 Meilen nördlich von Frankenmuth, wurde 1848 aus dem gleichen Grund wie Frankentrost gegründet.

Loehe's vierte Kolonie, Frankenhilf, die 1850 gegründet wurde, hatte einen anderen Zweck: Sie sollte armen, und/oder unverheirateten Deutschen helfen, eine neues und besseres Leben zu führen. Frankenhilf, heute Richville, liegt ungefähr 9 Meilen nordöstlich von Frankenmuth. Ursprünglich plante Loehe es als ein industrielles Zentrum, aber die Landwirtschaft setzte sich durch, nachdem die Wälder gesäubert waren.

Die Einwanderungswelle setzte sich bis ans Ende des 19 Jahrhunderts fort, Freunde und Verwandte von Siedlern kamen nach. Viele waren Handwerker und Geschäftsmänner, die hier ihr Gewerbe fortsetzten. Frankenmuth begründete einen Ruf für sein Mehl, Sägewerke und Wollproduktion sowie die Produktion von Käse, Wurst und Bier.

Frankenmuth's Entwicklung im Überblick

3. January 1854: Bürger organisieren sich als Gemeinde
14. January 1904: Ortschaft Frankenmuth wird gegründet
1. Oktober 1959: Frankenmuth erhält den Status einer Stadt



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Document Information
Sources: Frankenmuth Chamber of Commerce and CVB; magazinUSA.com
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