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Texas

Fortsetzung: Huntsville - Hinrichtungen

Hilfe für Angehörige von Opfern
Angehörige und Freunde der Opfer haben häufig falsche Vorstellungen über die Bedingungen in texanischen Gefängnissen. Viele denken, die Täter führen ein Leben in Luxus und leiden nicht in dem Maße, wie sie sollten. Aus diesem Grund werden in Huntsville Gefängnis-Touren für die Angehörigen der Opfer durchgeführt.

Die Führung dauert zwei halbe Tage. Dabei werden die Todeszellen und die Hinrichtungskammer besichtigt. Das Ziel ist, den Hinterbliebenen die wahren Aspekte hinsichtlich eines Lebens hinter Gittern vor Augen zu führen. Die Angehörigen können sich auch dafür entschließen, am Hinrichtungstag der Exekution beizuwohnen. Dieses Angebot wird immer stärker angenommen.

Definition: Opfer eines Verbrechens ist (1) jemand, der körperliche Verletzung oder Tod erlitten hat, oder wer Opfer eines sexuellen Angriffs, Kidnapping oder bewaffneten Raubs ist, (2) nahe Verwandte wie Ehemann/frau, Eltern Bruder, Schwester oder Kind eines verstorbenen Opfers.

Am Tag der Hinrichtung

Angehörige oder Freunde, die sich dafür entschlossen haben die Hinrichtung mit anzusehen, werden meistens am Tag davor von einem Beauftragten entsprechend vorbereitet, damit sie wissen was Sie zu erwarten haben.
Die Zeugen der Hinrichtung werden unter anderem über mögliche Szenerien informiert wie beispielsweise:

  • Protestanten vor dem Gebäude
  • Das die letzten Worte des Verurteilten beleidigend sein können
  • Gefühlsausbrüche im Nebenraum, in dem sich die Zeugen des Delinquenten befinden
  • Dem Klang des letzten Atemzugs des Hingerichteten

Es scheint elementar, daß die Zeugen seitens des Opfers auf alle Einzelheiten, sowohl die positiven, als auch die negativen, vorbereitet sind.
Der Unterweisung folgt dann die Fahrt in die Hinrichtungsstätte, der Wall Unit.

Zeugen der Hinrichtung sind neben offiziellen Pressevertretern bis zu fünf Angehörige des Hinzurichtenden, die sich hinter einer Glasscheibe, jedoch zum Greifen nah, befinden. Seit 1995 dürfen auch Angehörige der Opfer der Hinrichtung als Zeugen beiwohnen. Dazu wurde der Zeugenraum mittels einer eingezogenen Wand in zwei Teile unterteilt, damit jegliche Schwierigkeiten zwischen den Angehörigen beider Lager vermieden werden. Die Zeugen beider lager kommen zudem zu verschiedenen Zeiten an, umßerhalb des Gebäudes nicht zusammenzutreffen.

Wenn eine persönliches Treffen vor dem Ausführungs-Datum nicht möglich ist, wird den Betreffenden das Informationsmaterial per Post geschickt.
Darin wird in Wort und Bild die Hinrichtung mit allen Eventualitäten erläutert.

Die Delinquenten dürfen fünf selbstgewählte Zeugen bei ihrer Hinrichtung ernennen. Das können neben Familienmitgliedern auch Freunde und geistige Beistände sein.

Kurz vor der Ausführung werden alle Zeugen einem " Pat Search " unterzogen: dies soll sicherstellen, daß die Zeugen keine Gegenstände wie mobile Telefone, Piepser oder Aufzeichnungsgerät in den Zuschauerraum schmuggeln.
Dann werden die Zeugen von einem Beamten in den " Viewing Room" begleitet. Dort können sie bereits - getrennt durch dickes Glas und Stahl- den Hinzurichtenden angeschnallt auf der Liege (Gurney) sehen. In beiden Armen stecken bereits Injektionsnadeln.

Die Hinrichtung

Ein Mikrophon ist über dem Kopf des Insassen ausgeschlossen. Die Lautsprecher dazu befinden sich in den beiden Zuschauerräumen.
Am Kopf des Hinzurichtenden steht ein Wärter und am Fußende ein Kaplan. Beide bleiben dort, bis der Insasse für tot erklärt wird.
Bevor dann das tödliche Gift in die Venen des Täters gepumpt wird, bekommt er die Gelegenheit, um ein letztes Statement abzugeben. Das ist der Zeitpunkt, zu dem der nur noch wenige Minuten Lebende ohne Einschränkung alles sagen kann, was ihm beliebt.
In vielen Fällen wird Reue bekannt und oder es werden die Angehörigen der Opfer um Vergebung gebeten. Oftmals wird diese letzte Gelegenheit aber auch genutzt, um das Justizsystem von Texas heftig zu kritisieren, oder um die eigene Unschuld zu beteuern.
Auch kränkende und beleidigende letzte Statements gegenüber den Zeugen der Opfern kommen vor.
Den Zeugen wird nicht erlaubt mit dem Insassen zu kommunizieren.

"Let's go, Warden" oder "All right, Warden, I'm ready to go home" signalisieren dann den Exekutierenden, dass es "los gehen" kann und der Hinrichtungsprozess beginnt .

Der Hinzurichtende wird auf einer Liege festgeschnallt. In beiden Armen sind Injektionsnadeln, durch die zunächst eine neutrale Kochsalzlösung läuft und dafür sorgt, daß das Gift anschließend ungehindert seinen Weg finden kann. In diesem Status spricht der Delinquent seine letzten Worte. Danach fließen nacheinander drei unterschiedliche Stoffe in seinen Körper:

  • Phase 1: Natriumpentothal, macht den Hinzurichtende bewusstlos
  • Phase 2: Pancuroniumbromid, lähmt die Muskeln und stoppt dadurch die Tätigkeit der Lunge und des Zwerchfells
  • Phase 3: Kaliumchlorid, bringt das Herz zum Stillstand


Die Zeugen bemerken innerhalb weniger Sekunden, wie sich die Brust des Hinzurichtenden ausdehnt - verursacht durch eines der Arzneimittel, welches das Zwerchfell zum Kollabieren bringt.

Insgesamt dauert derProzess maximal etwa 7 Minuten; dann betritt ein Arzt den Raum, untersucht auf Lebenszeichen und erklärt ihn für tot.
Die Kosten für die Chemikalien liegen bei $ 86.

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Sam Houston


   
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Sources: magazinUSA.com
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