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Washington

Goldminen besuchen

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten stürzt sich alles aufs Gold - und der Goldpreis ist dementsprechend in die Höhe geschnellt. Natürlich sind das schlechte Zeiten, um Gold zu kaufen - aber wie wäre es, wenn man es selbst finden würde?

An der Westküste der USA, wo es bereits im 19. Jahrhundert den einen oder anderen "Goldrausch" gab, stehen die Chancen gar nicht so schlecht. Und im Unterschied zu anderen Bundesstaaten wurden die Goldvorkommen des Staates Washington in der Vergangenheit noch nicht geplündert.

Mit preiswerten Flügen (Hin- und Rückflug unter 400 Euro), einem günstigen Dollarkurs (nur 76 Eurocent!) und beneidenswert niedrigen Benzinpreisen (weniger als 45 Eurocent pro Liter) locken die USA in diesem Jahr europäische Besucher mehr denn je. Und bei einem Goldpreis von knapp 700 Euro pro Unze (ca. 28 g) würde bereits ein Goldfund von 16 Gramm ausreichen, um den Flug zu finanzieren, und mit einem einzigen Gramm könnte man schon volltanken!

Kettle Falls - Gold suchen

In den Bergen um die Stadt Kettle Falls im äußersten Nordosten Washingtons, die einst als Folge des Bergbaus entstand, findet man tatsächlich noch immer Gold. Man kann sich hier eine Goldwäscherpfanne kaufen und in den Bächen und Flüssen der Gegend sein Glück versuchen, denn Wasser gibt es hier am Nordende des rund 250 Kilometer langen Franklin D. Roosevelt Lake reichlich.

Die Wasserfälle aus dem Ortsnamen sucht man allerdings vergebens: Die Stadt Kettle Falls lag nämlich ursprünglich an einem ganz anderen Ort, rund 4 Kilometer weiter stromabwärts, wo es tatsächlich einen 15 Meter hohen Wasserfall gab. Als in den 1940er Jahren jedoch das Wasser hinter dem neuen Grand-Coulee-Damm zum heutigen Lake Roosevelt aufgestaut wurde, verschwanden die Fälle ebenso wie das alte Städtchen unter der Oberfläche des Stausees. Die Einwohner wurden umgesiedelt und nahmen den Ortsnamen mit - aber nicht die Wasserfälle.

Dass die Bevölkerung von Kettle Falls Humor hat, erkennt man übrigens gleich am Ortseingangsschild, wo die Einwohnerzahl mit "1640 friendly people & one grouch" ("1640 freundliche Menschen und ein Querulant") angegeben wird. Die Zahl der "freundlichen Menschen" ändert sich hin und wieder, aber der einsame Nörgler bleibt. Dabei handelt es sich aber keineswegs um einen unbelehrbaren Miesepeter - nein, der "Town Grouch" wird jedes Jahr im Juni feierlich neu gewählt. Ganz demokratisch geht es dabei freilich nicht zu: Jede Stimme kostet 25 Cent, aber dafür darf man so viele Stimmen abgeben, wie man will ... und der Erlös fließt einem guten Zweck zu: der Finanzierung des Stadtfests.

Man muss auch nicht gleich zum "Grouch" werden, wenn man in Kettle Falls keinen Erfolg bei der Goldsuche hatte: Rund 60 km weiter westlich an der Staatsstraße 20 bezeichnet sich die Stadt Republic (www.RepublicWA.com) im benachbarten Ferry County sogar als "Goldhauptstadt des Westens". Auch hier dürfen Hobbyschürfer gerne zur Pfanne greifen und ihr Glück versuchen, aber viel wahrscheinlicher als ein Edelmetallfund ist hier die Entdeckung von Fossilien aus dem Eozän, das bis zu 56 Millionen Jahre in die Erdgeschichte zurückreicht. Urzeitliche Fische, Pflanzen und Insekten haben ihre Abdrücke im Schiefergestein hinterlassen. Die Besucher des "Stonerose Interpretive Center, nur wenige Kilometer östlich von Republic, dürfen bis zu drei Fundstücke pro Tag mit nach Hause nehmen.

Stadt Winthrop - von Fiedlern, Forty-Niners und flotten Flitzern

An die Tage des Goldrauschs von 1849 erinnert auch jedes Jahr das Städtchen Winthrop, das ein gutes Stück weiter westlich liegt. Nachdem sich an diesem Ort jahrtausendelang die Indianer versammelt hatten, erlebte er seine große Stunde, als sich im 19. Jahrhundert einige der Goldsucher dauerhaft hier niederließen. Jedes Jahr am zweiten Maiwochenende gedenkt man bei den "'49er Days" mit Planwagen-Umzügen und Pferde-Paraden ganz offiziell jener "Forty-Niners" - und das nun schon seit 64 Jahren. Neben Westernspielen und -wettbewerben gibt es auch Preise für die schönsten Bärte nach Western-Art - und natürlich kann man auch selbst Gold waschen.

Im August serviert man dann die passende Musik zum Western-Flair: Beim jährlichen "North Cascades Oldtime Fiddlers Contest" wird um die Wette gefiedelt, bis die Saiten reißen. Und wer dann noch nicht genug Nostalgie genossen hat, kann im September zur jährlichen "Winthrop Auto Rallye" zurückkehren, die in diesem Jahr auch schon zum 34. Mal stattfindet - eine herrliche Autoparade, bei der "antike" (vor 1940) und "klassische" (1940-1970) Pkw und Nutzfahrzeuge ausgezeichnet werden. Aber auch wenn die Festlichkeiten vorbei sind, glaubt man sich mitunter in alte Zeiten zurückversetzt, denn noch heute findet man in Winthrop jene hölzernen Gehsteige, die jeder aus Westernfilmen kennt, und die Einwohner tragen - natürlich - Cowboystiefel.

Ganz anders gibt sich Winthrop allerdings im Winter: Dann kommen vor allem die Skilangläufer hierher und vergnügen sich auf den mehr als 200 Kilometern gespurter Loipen. Die weiße Pracht hat sich für den Ort als mindestens so einträglich erwiesen wie einst das Gold.

Roslyn - Kohle statt Gold

Es muss eben nicht immer gleich Gold sein: auch dunkleres "Gold" in Form von Kohle war für den Staat Washington lange Zeit ein einträgliches Geschäft.
Der Bergbau hat vor allem in der nördlichen Mitte des Staates seine Spuren hinterlassen, etwa in dem beschaulichen Städtchen Roslyn, das rund 150 km südlich von Winthrop zu finden ist. Vor über zwanzig Jahren - und sogar heute noch - pilgerten Fans der beliebten Fernsehserie Northern Exposure (Ausgerechnet Alaska) in diese Gemeinde, weil sich eine Seitenstraße des Ortes für die Dreharbeiten regelmäßig in das fiktive Städtchen Cicely, Alaska, verwandelte.
Heute kommen die Besucher eher, um im Golfhotel des neu entstehenden angrenzenden Resorts Suncadia ihren Urlaub zu verbringen. Aber "The Brick", die über hundert Jahre alte Eckkneipe aus der Fernsehserie, steht noch immer am alten Platz, und dort wo Fernsehdoktor Joel Fleischman alias Rob Morrow einst praktizierte, werden fleißig Souvenirs verkauft.

In der Serie fühlte sich der New Yorker Arzt ein wenig fremd im hohen Norden, aber in Wirklichkeit vertragen sich Cowboys und Intellektuelle recht gut in diesem Teil des Landes.

Ellensburg - die Uni- und Rodeo-Stadt

In der nächsten größeren Stadt, Ellensburg, ist sogar eine Universität zu Hause, die Central Washington University. Trotzdem veranstaltet man hier am Feiertagswochenende vor dem Labor Day, dem ersten Montag in September, alljährlich ein großes Rodeo.

Und dass sich auch zahlreiche Künstler in der 16.000 Einwohner zählenden Kleinstadt mit ihrer klaren Bergluft wohlfühlen, zeigen die vielen Galerien. So findet eben jeder seinen eigenen Schatz in Washington ...

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Landkarte

 
GPS Koordinaten

1 -- Kettle Falls
Decimal Lat: 48.610292 / Lon: -118.063589
Degree

2 -- Winthrop
Decimal Lat: 48.47373 / Lon: -120.17756
Degree

3 -- Roslyn
Decimal Lat: 47.22595 / Lon: -120.99605
Degree

4 -- Ellensburg
Decimal Lat: 46.99704 / Lon: -120.548721
Degree

 
 

Document Information
Sources: Pressestelle Washington State Tourism; magazinUSA.com
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