Las Vegas und Casinos gehören untrennbar zusammen. Entlang des Strip warten große Spielsäle mit Spielautomaten, Roulette, Blackjack, Poker und Craps. Auch wer sonst kaum spielt, schaut bei einer Reise nach Las Vegas oft zumindest einmal in einem Casino vorbei.
Für Besucher aus Deutschland sind einige Abläufe jedoch ungewohnt. Das betrifft die Altersgrenze ebenso wie Trinkgeld, Ausweiskontrollen und mögliche Steuern auf Gewinne. Wer die wichtigsten Regeln kennt, findet sich vor Ort schneller zurecht und kann unangenehme Überraschungen vermeiden.

Glücksspiel ist in Las Vegas erst ab 21 Jahren erlaubt
In Deutschland dürfen Erwachsene je nach Glücksspielangebot teilweise bereits ab 18 Jahren spielen. In Nevada liegt die entscheidende Grenze für Casinos dagegen bei 21 Jahren. Personen unter 21 dürfen nach den gesetzlichen Vorgaben Nevadas nicht an Glücksspielen teilnehmen.
Deutsche Reisende sollten daher einen gültigen Lichtbildausweis dabeihaben. Am praktischsten ist der Reisepass. Gerade wer jung aussieht, muss damit rechnen, beim Spielen oder beim Kauf alkoholischer Getränke nach einem Altersnachweis gefragt zu werden.
Vor dem ersten Casinobesuch lohnt sich deshalb ein kurzer Check:
- Reisepass oder anderen anerkannten Lichtbildausweis mitnehmen
- Mindestalter von 21 Jahren beachten
- Persönliches Spielbudget vorab festlegen
- Grundregeln des gewünschten Casinospiels kennen
Das bedeutet allerdings nicht, dass Familien Las Vegas meiden müssen. Die großen Casino-Resorts sind längst mehr als reine Spielhallen. Hotels, Restaurants, Shows und zahlreiche Attraktionen richten sich auch an Besucher, die überhaupt nicht spielen möchten.
Am Spieltisch gelten eigene Regeln
Wer zum ersten Mal an einem amerikanischen Casinotisch Platz nimmt, sollte zunächst beobachten. Bei Blackjack, Roulette oder Craps gibt es feste Abläufe. Diese werden von den Dealern konsequent eingehalten.
Chips können je nach Spiel direkt am Tisch gekauft werden. Das Geld wird dabei normalerweise auf den Tisch gelegt und nicht direkt dem Dealer in die Hand gegeben. Auch beim Setzen sollte man darauf achten, laufende Spielrunden nicht zu stören.
Ein formeller Dresscode ist in den meisten großen Casinos am Strip nicht erforderlich. Normale Freizeitkleidung reicht für den Casinobesuch meist aus. Anders kann es in gehobenen Restaurants, Clubs oder bei besonderen Veranstaltungen aussehen.
Beim Fotografieren sollte man ebenfalls zurückhaltend sein. In öffentlichen Bereichen der Resorts sind Fotos meist unproblematisch. Direkt an Spieltischen oder von anderen Gästen können dagegen Einschränkungen gelten. Im Zweifel hilft eine kurze Nachfrage beim Personal.
Die Spielregeln lassen sich schon zu Hause kennenlernen
Wer in Las Vegas nicht völlig unvorbereitet am Blackjack- oder Roulettetisch stehen möchte, kann sich bereits vor der Reise mit den Regeln beschäftigen. Dafür eignen sich Erklärvideos, kostenlose Simulationen oder Demo-Spiele ohne echten Geldeinsatz.
So lassen sich grundlegende Begriffe und Spielabläufe kennenlernen. Besonders bei Blackjack oder Craps ist das hilfreich, weil neue Spieler vor Ort sonst schnell von der Geschwindigkeit einer Partie überrascht werden können.
Wer stattdessen online um echtes Geld spielen möchte, sollte auf die Rechtslage in Deutschland achten. Erlaubte Glücksspielanbieter sind auf der amtlichen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder aufgeführt. Dieser Artikel auf dem Portal Augsburger Allgemeine zeigt seriöse Online-Casinos, so dass angehende Nutzer eine fundierte Auswahl treffen können.
Das Üben sollte ohnehin nicht mit einer Gewinnstrategie verwechselt werden. Auch wer die Regeln perfekt beherrscht, kann den mathematischen Vorteil des Casinos dadurch nicht beseitigen.
Trinkgeld gehört auch im Casino dazu
Das amerikanische Trinkgeldsystem begegnet Reisenden nicht nur im Restaurant. Auch im Casino spielt es eine Rolle. Wer am Spieltisch länger von einem Dealer betreut wird oder einen Getränkeservice nutzt, kann ein Trinkgeld geben. Häufig geschieht das direkt mit Chips oder Bargeld.
In vielen Casinos werden aktiven Spielern Getränke angeboten. Dabei sollte man jedoch nicht automatisch davon ausgehen, dass der gesamte Service kostenlos ist. Ein Trinkgeld für die Bedienung wird üblicherweise erwartet.
Außerdem empfiehlt es sich, Alkohol und Glücksspiel nicht zu eng miteinander zu verbinden. Die langen Öffnungszeiten und die weitgehend fensterlosen Spielbereiche vieler Casinos können schnell dazu führen, dass Zeit und Einsatz aus dem Blick geraten.
Gewinne können steuerliche Fragen aufwerfen
Wer in Las Vegas einen größeren Betrag gewinnt, sollte sich mit den steuerlichen Regeln beschäftigen. Grundsätzlich können Glücksspielgewinne ausländischer Besucher in den USA einer Quellensteuer von 30 Prozent unterliegen. Es gibt jedoch wichtige Ausnahmen.
Gewinne aus Blackjack, Baccarat, Craps, Roulette und Big-6-Wheel sind für nicht professionell spielende ausländische Besucher nach den US-Steuerregeln grundsätzlich von dieser Besteuerung ausgenommen. Hinzu kommen Regelungen aus Doppelbesteuerungsabkommen. Weitere Informationen dazu finden sich in der IRS Publication 515.
Für Reisende mit steuerlichem Wohnsitz in Deutschland ist das besonders relevant. Deutschland gehört nach Angaben des US Internal Revenue Service zu den Ländern, deren steuerlich ansässige Personen aufgrund des geltenden Steuerabkommens grundsätzlich von der US-Besteuerung auf Glücksspielgewinne befreit sein können. Um diese Abkommensvorteile direkt bei der Auszahlung geltend zu machen, kann gegenüber dem Casino ein Formular W-8BEN sowie eine entsprechende Steueridentifikationsnummer erforderlich sein.
Bei größeren Gewinnen empfiehlt es sich deshalb, die Auszahlung und mögliche Formalitäten direkt mit dem Casino zu klären. Bei hohen Beträgen kann zusätzlich eine individuelle steuerliche Beratung sinnvoll sein.
Das Casino-Budget vorher festlegen
Die einfachste Regel für einen entspannten Casinoabend lautet: Das Budget steht fest, bevor das erste Spiel beginnt.
Hilfreich sind dabei einige klare Grenzen:
- Nur Geld einsetzen, dessen Verlust die Reisekasse nicht belastet
- Nach Erreichen des Limits keine weiteren Beträge abheben
- Verluste nicht durch höhere Einsätze ausgleichen wollen
- Kundenprogramme nicht als Grund für zusätzliche Einsätze betrachten
Geldautomaten direkt im Casino sind zwar bequem, können jedoch zusätzliche Gebühren verursachen. Noch problematischer ist der spontane Gedanke, verlorenes Geld mit höheren Einsätzen zurückgewinnen zu wollen.
Viele Casinos bieten zudem Kundenprogramme und sogenannte Players Clubs an. Darüber können Spieler abhängig von ihren Umsätzen Vergünstigungen erhalten. Solche Angebote sollten jedoch kein Grund sein, mehr Geld einzusetzen als ursprünglich geplant.
Las Vegas funktioniert auch ohne Glücksspiel
Ein Casino-Trip nach Las Vegas muss nicht bedeuten, mehrere Tage ausschließlich am Spieltisch zu verbringen. Gerade die großen Resorts sind selbst Sehenswürdigkeiten.
Shows, Restaurants, Aussichtspunkte, Shoppingcenter und aufwendig gestaltete Hotelanlagen sorgen dafür, dass auch Nichtspieler problemlos mehrere Tage beschäftigt sind. Ein Spaziergang über den Strip gehört für viele Besucher ohnehin zum Pflichtprogramm.
Wer Glücksspiel als einen Programmpunkt unter vielen betrachtet, erlebt Las Vegas meist entspannter. Ein festes Budget, ein gültiger Ausweis und grundlegende Kenntnisse der Casino-Etikette reichen bereits aus, um typische Anfängerfehler zu vermeiden.
Für deutsche Besucher gilt vor allem: Ab 21 Jahren darf gespielt werden, amerikanische Trinkgeldgewohnheiten sollte man berücksichtigen und bei größeren Gewinnen können steuerliche sowie zollrechtliche Fragen relevant werden. Wer sich vorher mit den Regeln vertraut macht, kann sich vor Ort auf das konzentrieren, wofür Las Vegas bekannt ist: eine außergewöhnliche Mischung aus Unterhaltung, Inszenierung und Glücksspiel.

